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Unterstützung der Lehrendenproteste gegen die BV

Wir unterstützen die Lehrenden des ITAT in ihrem Protest gegen die Betriebsvereinbarung (BV) zur Bildung von neuen Lehrveranstaltungskategorien! Aus diesem Grund haben wir folgende Stellungnahme für Rektorat, Senat und Betriebsrat verfasst:

Stellungnahme
der Studienvertretung Übersetzen und Dolmetschen
zur BV über die Bildung von Lehrveranstaltungskategorien

Wir, die Studienvertretung Übersetzen und Dolmetschen der Österreichischen HochschülerInnenschaft an der Universität Graz, unterstützen die Lehrenden in ihrem Protest gegen die Umsetzung der Betriebsvereinbarung über die Bildung von Lehrveranstaltungskategorien, da deren potentielle Folgen auch aus Studierendensicht problematisch sind.

Die Lehre an unserem Institut lebt von den zahlreichen externen Lehrbeauftragten, die bereits im Berufsalltag als ÜbersetzerIn oder DolmetscherIn stehen und den Studierenden dadurch praxisbezogene Kenntnisse sowie Kompetenzen in speziellen Fachbereichen des Übersetzens und Dolmetschens vermitteln können. Durch die Erhöhung des Stundenkontingents interner Lehrender könnten weniger externe Personen in der Lehre eingesetzt werden, worunter die Vermittlung dieser Kenntnisse und Kompetenzen stark leiden würde, welche jedoch zentral für die Befähigung der AbsolventInnen unserer Studien sind.

Als weitere Folge des höheren Stundenkontingents für die interne Lehre ist zu befürchten, dass vor allem in kleinen Sprachen nur noch wenige Lehrende oder sogar nur noch ein/e Lehrende/r zur Verfügung stünden, worunter die Ausbildung der Studierenden stark leiden würde und was schlimmstenfalls zur Auflassung einzelner Sprachen an unserem Institut führen könnte. Wir wehren uns vehement gegen weitere Kürzungen oder gar die Schließung kleiner Sprachgänge, da diese für die Diversität und Integration in unserem Land einen besonders hohen Stellenwert haben. Auch für die größeren Sprachen ist ein solches Vorgehen mit zahlreichen negativen Konsequenzen verbunden, was die Lehre betrifft. Gerade im Fremdsprachenbereich, der in Zeiten der Globalisierung und Internationalisierung einen immer zentraleren Stellenwert einnimmt, haben derartige Maßnahmen unabsehbare Folgen!

Die Curricula der Bachelor- und Masterstudien am Institut für theoretische und angewandte Translationswissenschaft enthalten vorwiegend Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter, da dies für die Ausbildungsziele unserer Studien erforderlich ist. Eine Abwertung von immanenten Lehrveranstaltungen ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, da gerade diese für die Vermittlung von Kompetenzen im sprachlichen und translatorischen Bereich dringend notwendig sind und wir in der Abwertung eine Geringschätzung unserer Studien sehen.

Über die dargelegten Gründe hinaus möchten wir unsere allgemeine Solidarität mit den Lehrenden unseres Instituts bekunden, die bereits seit mehreren Jahren mit immer prekärer werdenden Arbeitsverhältnissen zu kämpfen haben! Eine derartige Behandlung der Lehrenden wirkt sich negativ auf das Ansehen der Universität Graz und damit auch auf ihre Attraktivität als potentielle Arbeitgeberin für uns Studierende aus.